Drehmomentmotoren können inrahmenlose Drehmomentmotorenundrahmenbasierte Drehmomentmotoren(DD-Motoren) unterteilt werden. Dieser Artikel erläutert die grundlegenden Unterschiede zwischen rahmenlosen und rahmenbasierten Drehmomentmotoren und wie Sie den richtigen Motor für Ihre spezifische Anwendung auswählen.
Ein Drehmomentmotor ist ein Motor, der in erster Linie zur Steuerung des Ausgangsdrehmoments entwickelt wurde. Sein Regelungsprozess konzentriert sich mehr auf eine präzise Drehmomentabgabe als auf Geschwindigkeits- oder Positionsregelung. Aufgrund seiner hohen Drehmomentabgabe und präzisen Regelungsfähigkeiten werden Drehmomentmotoren häufig in Anwendungen eingesetzt, die eine hohe dynamische Leistung, präzise Positionierung und stabile Drehmomentabgabe erfordern, wie zum Beispiel Werkzeugmaschinen, automatisierte Produktionslinien und Roboterachsen. Drehmomentmotoren können in rahmenlose und rahmenbasierte Typen unterteilt werden.
Im Wesentlichen sind Drehmomentmotoren mehrpolige, permanentmagneterregte Synchron-Direktantriebe. Ihr Kernkonzept basiert auf drei Zielen: niedriges Drehmoment bei niedriger Drehzahl, hohe Drehmomentdichte und minimale Drehmomentrippel, erreicht durch Durchbrüche in Elektromagnetik, Struktur und Materialien.
In den letzten fünf Jahren haben die gängigen Drehmomentmotoren ihre Polpaarzahl von 12 auf 32 oder sogar 64 erhöht. Eine höhere Polzahl ermöglicht es dem Motor, das Nennmoment bei Null- oder sehr niedrigen Drehzahlen (bis zu 0.1°/s) abzugeben und das bei herkömmlichen Motoren übliche Kriechen oder Zittern bei niedriger Drehzahl zu eliminieren. In Kombination mit optimierten, bruchteiligen konzentrierten Wicklungen (z. B. 48 Pole / 324 Nuten, q=2.25) kann der Drehmomentrippel auf weniger als 1% des Nennmoments reduziert werden, wodurch ein äußerst ruhiger, stallfreier Betrieb erreicht wird.
Rahmenlose Drehmomentmotoren (Mainstream): Kein Gehäuse, keine Lager, keine Abtriebswelle. Der Stator wird direkt in das Gerät eingebettet, und der Rotor wird direkt auf der Lastwelle montiert. Die axiale Länge beträgt nur etwa 1/3 eines herkömmlichen Motors, das Gewicht wird um 30%+ reduziert, und Hohlstrukturen ermöglichen die Kabelführung—perfekt für kompakte Räume wie Roboterachsen.

Rahmenbasierte Drehmomentmotoren (DD-Motoren): Sie umfassen Präzisionslager, Encoder und Gehäuse. Sie sind Plug-and-Play-fähig und können in Drehtischen direkt Servo- + Getriebesysteme ersetzen.

Hochwertige NdFeB-Magnete (z. B. N52H, Restfluss ≥1.45T) in Kombination mit hochleitfähigen Kupferlegierungen gewährleisten eine zuverlässige hohe Drehmomentabgabe über einen weiten Temperaturbereich (-40°C to 125°C) und eine langfristig stabile Leistung.
In der Praxis stößt man bei der Umsetzung eines Drehmomentmotors vom Datenblatt bis zum Einsatz oft auf das Dilemma „schöne Spezifikationen, misslungene Abstimmung“. Hier sind die wichtigsten Richtlinien und Fallstricke aus der Praxis:
Drehmoment zuerst, Geschwindigkeit zweitens: Das Dauerdrehmoment sollte ≥1.2–1.5× des stationären Lastmoments betragen; das Spitzendrehmoment sollte ≥2× des Laststoßmoments betragen, insbesondere bei Roboterachsen mit häufigen Start-Stopp-Zyklen.
Trägheitsanpassung: Für Roboterachsen sollte das Verhältnis von Last- zu Motorträgheit ≤5:1 betragen, um Vibrationen oder Schwingungen zu vermeiden.
Encoder-Genauigkeit: Standardanwendungen: 23-Bit-Absolutencoder (Auflösung ≈0.0001°); Ultrapräzision (Halbleiter/Medizin) kann 29-Bit-Encoder erfordern.
Fehlausrichtung (fatal): Bei rahmenlosen Motoren muss die Koaxialität von Stator/Rotor ≤0.02mm betragen. Größere Abweichungen verursachen Spitzen beim Drehmomentrippel und Lagerüberhitzung. Verwenden Sie bei der Installation eine Messuhr, um eine strikte Ausrichtung sicherzustellen.
Kühlung ignorieren: Drehmomentmotoren erzeugen bei niedriger Drehzahl hohe Ströme und damit erhebliche Wärme. Für maximale Leistungsdichte oder Dauerbetrieb im Stillstand müssen eine forcierte Flüssigkeitskühlung oder eine effiziente Luftkühlung ausgelegt werden. In einem Projekt mit einem Reinigungsroboter für Photovoltaikmodule fungierte das Gelenkgehäuse als Verdampfer eines Heatpipesystems mit dielektrischer Kühlmittelzirkulation und erhöhte die kontinuierliche Drehmomentdichte um 4×.
Unzureichende Laststeifigkeit: Direktantrieb hat keinen Getriebedämpfer; geringe Steifigkeit kann Resonanzen verursachen. Verwenden Sie integrierte Hohlstrukturen für Roboterachsen und verstärkte Gusseisensockel für Drehtische.
Abstimmung: Aktivieren Sie Kompensation des Rastmoments, Oberwellendämpfung und Reibungs-Feedforward. Die Bandbreite des Stromregelkreises sollte 2kHz überschreiten (idealerweise ≥5kHz), um Drehmomentrippel zu unterdrücken. In einem Projekt für einen chirurgischen Roboter wurde durch Abstimmung der PI-Parameter auf Kp=0.35, Ki=1200 eine Stromreaktionszeit von 0.5ms erreicht.
Wenn sich das Rauschen auf bestimmte Frequenzen konzentriert (z. B. 1.2MHz), gehören zu den Lösungen eine dreischichtige Abschirmung (Kupferfolie + nanokristallin + leitfähiges Gewebe) an den Statorwicklungen und Magnetringe an den Stromleitungen. Interessanterweise kann eine Erhöhung der PWM-Frequenz von 15kHz auf 18kHz die Spitzen-EMI um 8dB reduzieren, während die Schaltverluste um 5% steigen, wodurch mechanische Resonanzen vermieden werden.
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